Herdwagenöfen
zurückDie klassische Wärmebehandlung von großvolumigen schweren Teilen erfolgt häufig in gasbeheizten Herdwagenöfen. Elektrisch beheizte Anlagen werden meist im kleineren Bereich eingesetzt. Bei dieser Anwendung eine besonders robuste Bauweise Pflicht.

Der Herdwagenumwälzofen ist für das Erwärmen von Stahl- und Aluminiumplatten auf Temperaturen zwischen 180 - 630 °C vorgesehen. Der Herdwagen wird mittels eines Zahnstangenantriebes verfahren. Die Ofentür ist mit einer elektromotorischen Türzugvorrichtung versehen. Die Beheizung des Ofens erfolgt elektrisch, dazu sind in der Ofendecke und im Herdwagen Heizwendel angeordnet. Die Ofenheizung wurde in 3 Regelzonen unterteilt, die jeweils einen eigenen Heißgasumwälzer besitzen. Zusätzlich besitzt jede Regelzone einen eigenen frequenzgeregelten Kühlluftventilator, der dem Programm entsprechend zugeschaltet wird. Der Herdwagenofen ist für eine Bruttochargenmasse von 23.000 kg Stahlteile dimensioniert. Die nutzbaren Chargenabmessungen betragen 2000 x 3000 x 700 mm (B x L x H).
Hier zeigen wir eine Anlage zum Spannungsarm- Weich- und Normalglühen von Blechplatinen bis zu 16 t.
Die Chargenabmessungen betragen 1500 x 5000 x 1000 mm (Breite x Länge x Höhe). Da diese Chargiergröße
jedoch nicht immer verfügbar ist, kann der Ofen mit einer einsetzbaren Zwischenwand in zwei autarke Kammern
unterteilt werden. Beheizt wird die Anlage mit Hochgeschwindigkeitsbrennern. Über separate Kühldüsen können
verschiedene Kühlrampen realisiert werden. Für verschiedene Anwendungstemperaturen können diese Öfen ausgelegt
werden.
Der Herdwagenwagenofen dient zur Wärmebehandlung von Schweißkonstruktionen, Ringen und Walzen bis zu einer
maximalen Arbeitstemperatur von 650 °C.
Die Tragfähigkeit des Herdwagens mit elektromotorischem Antrieb beträgt max. 50.000 kg. Die lichten
Nutzraumabmessungen sind 2000 x 6000 x 1500 mm (Breite x Länge x Höhe). Die Beheizung des Einsatzgutes erfolgt
mit 8 Stück Hochgeschwindigkeitsbrennern je 75 kW, die beidseitig in der unteren Seitenwand angeordnet sind. Um
die geforderten Kühlgradienten von 80 K/h bei der Referenzcharge von 10.000 kg zu erreichen, wurden neben jeden
Brenner zusätzliche Kühlluftdüsen angeordnet. Über diese kann eine zusätzliche Kühlluftmenge von 3.500 m³/h in den
Ofen geführt werden. Zur Vergleichmäßigung der Temperaturen während der Aufheiz- und Kühlzeit werden die Brenner als
Rundumsteuerung geregelt.
Auch Herdwagenöfen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ausgeführt. Dabei werden die
Anlagen eng an die speziellen Bedingungen der Anwendungsprozesse angepasst.Die Beheizung kann zweckentsprechend
oder nach den örtlichen Gegebenheiten mit Elektroenergie oder Erd- bzw. Flüssiggas erfolgen. Viele anspruchsvolle
Varianten, wie z.B. Mehrzonentemperaturregelung, Zwangskühlung, Atmosphären- oder Druckregelung können angeboten
werden. Der konstruktive Aufbau richtet sich ganz nach den Anforderungen des Auftraggebers. Automatische Antriebe über diverse Versorgungsmedien für den Herdwagen, die Hubtür oder verschiedenste Schieber
bzw. Klappen kommen gern alternativ zu manuellen Betätigungen zum Einsatz.
Die Wärmedämmung wird wie bei allen
anderen Ofentypen entsprechend dem Anwenderprozess optimiert. Bei langlaufenden Prozessen werden oftmals
Feuerleichtsteine verwendet, wogegen bei schnelleren Abläufen eine Zustellung des Ofens mit Keramikfaser
bevorzugt wird. Muss der Einsatz von schweren bzw. robusten Chargen berücksichtigt werden, werden z.B. Schamotte
oder Feuerbeton an den entsprechenden Stellen verwendet. Eine Kombination unterschiedlicher Wärmedämmmaterialien in
der Ofenauskleidung rundet die Optimierung des Ofens ab.
Herdwagenöfen werden in vielen Varianten angeboten. Einfache flurbetriebene Anlagen mit Schwenktür oder mit
schienengebundenen Herdwagen, einer oder zwei Hubtüren, beides jeweils mit oder ohne Antrieb, Zwangskühlung usw.
Werden entsprechend den Erfordernissen des Betreibers realisiert. Der Vorteil dieser Öfen liegt vor allem in der
einfachen Chargierung des Einsatzgutes, da der Wagen frei im Aufstellraum steht. Die auf dem Foto dargestellte Anlage
verfügt über zwei motorisch angetriebene Herdwagen.
Das Haupteinsatzgebiet, wie auch beim Kammerofen mit Luftumwälzung, liegt im unteren Temperaturbereich. Hinter einer
Luftleiteinrichtung aus hitzebeständigem Material wird die Beheizung angeordnet. Je nach Ofengröße kommen ein oder
mehrere entsprechende Radikalumwälzventilatoren mit einem relativ hohen statischen Druck zum Einsatz. Die zu erwärmende
Luft wird aus dem Ofenraum abgesaugt, über den Boden wieder in den Ofenraum ein. So kann eine sehr gute Temperaturverteilung
erreicht werden. Rechts werden zwei Herwagenöfen dargestellt. Die Herdwagen sind auf Schienen aufgesetzt. Eine geregelte
Zwangskühlung wurde ebenfalls montiert.
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