Vollautomatische Kammerofenanlage
zur Wärmebehandlung von Aluminiumgussteilen für die Autoindustrie in Betrieb genommen
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ZusammenfassungVon der Firma PADELTTHERM® GmbH wurde eine vollautomatische Kammerofenanlage zur Wärmebehandlung von Aluminiumteilen im Technologiecentrum Gießerei VW Hannover zur produktiven Nutzung übergeben. Diese satzweise beschickte Kammerofenanlage ist für die Wärmebehandlung von verschiedenen Chargen geeignet und soll sowohl die bekannten Wärmebehandlungen der laufenden Produktion abdecken, als auch neue Wärmebehandlungsprozesse entwickeln. Die Anlage ist vollautomatisch und wird nur vom Bedienpersonal be- und entladen. Nach Eingabe des Wärmebehandlungsprogramms am Leitsystem, übernimmt dieses die Steuerung des Anlagendurchlaufes. Nach Beendigung der Wärmebehandlung und Abkühlung auf Handlingstemperatur kann der Ofenbediener das Einsatzgut entnehmen und das dazugehörige Wärmebehandlungsprotokoll ausdrucken. Im Lösungsglüh- und Auslagerungsofen wird eine Temperaturgleichmäßigkeit von < 3 K über den gesamten Chargenraum von 1000 x 1000 x 900 mm erreicht. Die kurze Umsetzzeit zwischen Lösungsglühofen und Abschreckbad ermöglichen optimale Vergüteergebnisse. Vorbetrachtung
In der Automobilindustrie hat der Werkstoff Aluminium eine stetig
wachsende Bedeutung. Besonders die wesentlich geringere
spezifische Masse im Vergleich zu Stahl bringt bei der Substitution
eine Gewichtsersparnis bis zu 65 %. Nachteilig ist jedoch die relativ
geringe mechanische Festigkeit von Aluminium, die durch den
Zusatz von Legierungselementen, wie z. B. Silizium, Magnesium
und andere Elemente, wesentlich erhöht werden kann.
Eine weitere Maßnahme ist die gezielte
Wärmebehandlung von Teilen aus legierten Alu-Guss. Durch diese
können die Zugfestigkeit, die Streckgrenze und die
Bruchdehnung entscheidend verbessert werden.
Der Wärmebehandlungsprozess besteht aus den Schritten
Lösungsglühen, Abschrecken und
Warmauslagern. Je nach Legierungszusammensetzung erfolgt das
Lösungsglühen im Temperaturbereich von 510
– 540 °C mit einer
Temperaturgleichmäßigkeit von kleiner 3
°C über einen Zeitraum von 4 – 5 Stunden.
Während dieser Glühzeit entstehen Al-Mischkristalle,
in denen die Legierungselemente vollständig gelöst
sind. Durch das anschließende schnelle Abschrecken des
Einsatzgutes im Wasser wird die Ausscheidung, d.h. die Entwicklung der
Legierungselemente aus den Mischkristallen, vermieden. Bei dem
nachfolgenden Warmauslagern im Temperaturbereichen von 140
– 160° C ebenfalls mit einer
Temperaturgleichmäßigkeit von kleiner 3 °C
wird durch gezieltes Ordnen der Kristallgitterstrukturen die notwendige
Festigkeit erreicht.
Von Seiten der Automobilhersteller wird zur Qualitätssicherung
für diese anspruchsvolle Wärmebehandlung
eine absolute Reproduzierbarkeit des Prozesses gefordert.
Die benötigte Ofenanlage muss folgende technischen Parameter
erfüllen:
sehr genaue Temperaturführung im
Lösungsglüh- und Warmauslagerungsofen
eine hohe Temperaturgleichmäßigkeit in der gesamten
Charge bei den beiden Prozessabschnitten
ein minimaler Temperaturabfall beim Umsetzen der Charge vom
Lösungsglühofen in das Abschreckbad
Einhaltung der technologisch erforderlichen Abschrecktemperatur
eine intensive Abschreckung der Charge im Wasserbad.
Die PADELTTHERM® GmbH bekam 2004 vom Technologiecentrum
Gießerei VW Hannover die Aufgabe gestellt, eine
vollautomatische Vergüteanlage zu errichten.
In der vom Projektleiter, Herrn Cravaack, erarbeiteten Aufgabenstellung
wurde gefordert, den gesamten Wärmebehandlungs- und
Transportprozess automatisch ablaufen zu lassen.
Das Einsatzgut sollte technologisch bedingt auf einen Beladeplatz
gestapelt, mit einem Gabelhubwagen zur Ofenanlage
transportiert und dort auf den Aufgabetisch abgestellt werden.
Nach der absolvierten Wärmebehandlung soll die Charge aus der
Kühlkammer entnommen und von dort mit dem
Gabelhubwagen abtransportiert werden.
Zur Sicherung des Bedienungspersonals während des
Automatikbetriebes muss der gesamte Anlagenbereich mit einem
Sicherheitszaun umgeben werden.
Das Sortiment der Ofenanlage ist sehr verschieden, da sowohl
bekannte Wärmebehandlungen als auch neu zu
entwickelnde Behandlungsprozesse mit Hilfe dieser Anlage abgedeckt
werden sollen.
Als besondere Anforderung galt, dass die Anlage ebenerdig ohne
Fundament aufgestellt werden sollte.
Zur Erfüllung dieser Aufgaben wurde eine vollautomatische
Ofenanlage (Bild 1) konzipiert, die aus folgenden
Anlagenteilen besteht:
1.Aufgabeplatz FunktionsbeschreibungNach dem Öffnen der Sicherheitstür am Aufgabeplatz (Bild 2) wird die wärmezubehandelnde Charge mit Hilfe eines Gabelhubwagens auf dem Aufgabetisch abgestellt. Die Aufgabehöhe von 900 mm wurde durch die vorhandenen Gabelstapler bestimmt. Nach dem Wiederverschließen der Tür im Schutzzaun und der Quittierung am Bedienkasten meldet der Bediener die Charge im Leitsystem an. Das Leitsystem ordnet automatisch das erforderliche Wärmebehandlungsprogramm der Charge zu. Nach erfolgter Erfassung wird der Durchlauf durch die Vergüteanlage durch das Leitsystem vollautomatisch gesteuert. Ist der Lösungsglühofen zur Aufnahme der Charge bereit wird diese vom Aufgabeplatz mit Hilfe der Chargiermaschine abgeholt und in den Ofen eingesetzt. Nach dem Verschließen der Ofentür startet das Wärmebehandlungsprogramm automatisch. Nach Ablauf der Prozesszeit fährt die Chargiermaschine wieder vor den Ofen und setzt die Charge ins Wasserbad um. Nach Ablauf der Abschreckzeit, die vom Leitsystem nach kundenseitiger Angabe vorgegeben wird, und der anschließenden Abtropfzeit wird das Einsatzgut zum Auslagerungsofen transportiert. Nach dem Beladen des Ofens erfolgt der Prozessstart automatisch. Ist die Prozesszeit beendet, setzt die Chargiermaschine die Charge in die Kühlkammer um. Am Prozessende leuchtet am Schaltschrank die weiße Lampe „Entladebereit“ auf. Danach öffnet das Ofenbedienungspersonal die Kühlkammertür mit Hilfe des außenliegenden Tasters „Ausgangstüre öffnen“ am Bedienkasten, rechts neben der Tür. Die Charge wird entnommen und die Kühlkammertür wieder verschlossen. Nach der Entnahme der Charge kann am Leitsystem das zur Charge gehörige Protokoll mit allen Chargendaten inkl. Störmeldungen ausgedruckt werden. Um einen reibungslosen automatischen Betrieb der Anlage zu gewährleisten, müssen die Chargen nach Beendigung der Kühlzeit manuell aus der Kühlkammer entnommen werden, da es sonst zu Störungen des Arbeitsablaufes kommen kann. Das Leitsystem überprüft selbstständig den Ablauf des Automatikbetriebes. Der aktuelle Zustand der Ofenanlage kann am Bildschirm des Leitsystems überprüft werden. Dort werden die jeweiligen Temperaturen der Anlagenteile als Soll- und Ist-Werte angezeigt. Gleichzeitig wird die Restprozesszeit dargestellt. Durch das Anklicken des Anlagenteils mit der Maus werden alle Chargendaten ersichtlich. Die Ofenregler am Schaltschrank des Lösungsglühofens und des Auslagerungsofens zeigen die kompletten aktuellen Ablaufprogramme und die Temperaturen in den Öfen und im Abschreckbad. Aufbau und Funktion der AnlagenteileFür den Transport der Chargen läuft vor den Anlagenteilen innerhalb des Schutzzaunes eine Chargiermaschine. Sie transportiert die Chargen vom Beladeplatz zum Lösungsglühofen, aus diesem in das Wasserabschreckbad, nach dem Abtropfen in den Auslagerungsofen und von dort in die Kühlkammer. Der Transportablauf der Chargen durch die Anlagenteile gibt der Chargiermaschine das Leitsystem vor. Die Chargiermaschine (Bild 4) ist ähnlich einem einseitigen Portalkran ausgeführt. Für die Längsfahrt ist die ofenseitige Kranschiene oberhalb des Türportals angeordnet. Die Kranschiene auf der gegenüberliegenden Seite wurde am Hallenboden befestigt. Das Portal der Chargiermaschine steht auf vier kugelgelagerten Radblöcken, wovon jeweils zwei oben und unten angeordnet sind. Der Verfahrbetrieb für das Portal besteht aus Zahnstangen mit Ritzel, welche durch einen frequenzgeregelten Motor angetrieben werden. Die Anfahrpositionen, sowie die Umschaltpunkte für schnell/langsam werden mittels eines Laserentfernungsmesssystems erfasst. Durch einen zusätzlichen Endschalter wird an jedem Haltepunkt eine Plausibilitätskontrolle durchgeführt. Die Querfahrt in den Aufgabeplatz, den Lösungsglüh-, Auslagerungsofen, das Abschreckbad und in die Kühlkammer erfolgt mit Hilfe einer Laufkatze. Sie fährt oben am Portal mit Laufrollen in Gabelstaplerprofilen und wird mit Hilfe eines Zahnstangentriebs mit zwei Ritzeln, mittels eines frequenzgeregelten Getriebebremsmotors angetrieben. Die Abfrage der einzelnen Positionen erfolgt mit induktiven Endschaltern. An der Laufkatze befindet sich ähnlich wie beim Gabelstapler, eine Hubgabel zur Aufnahme der Charge, die in Gabelstaplerprofilen mit Hilfe von Kombirollen geführt wird. Die Hub- und Senkbewegung erfolgt über beidseitig angeordnete Zahnstangen und Stirnrädern, die über einen frequenzgeregelten Getriebebremsmotor mit beidseitigen Abtriebsstümpfen angetrieben werden. Die Abfrage der Positionen erfolgt ebenfalls mit induktiven Endschaltern, die auf der Chargiermaschine angeordnet sind. Eine Stromschiene entlang des unteren Gleises versorgt die Chargiermaschine mit elektrischer Energie. Am Portal der Chargiermaschine sind zwei mitfahrende Schaltkästen befestigt. In einem befinden sich die benötigten Frequenzumrichter für die Antriebe, im zweiten sind die Steuerelemente für die Endschalter sowie die Bedientaster und Kontrollleuchten für die Betriebsart „Einrichten“ angeordnet. Im Einrichtbetrieb kann der Bediener entlang des unteren Gleises mit der Chargiermaschine mitlaufen und alle Bewegungen kontrollieren. Die Kommunikation zwischen Schaltschrank und Chargiermaschine erfolgt über ein Infrarotdatenübertragungssystem. Die Hauptbestandteile der Ofenanlage sind der Lösungsglüh- und Auslagerungsofen. Beide Öfen sind systemgleich ausgeführt. Da sie in zwei verschiedenen Temperaturbereichen arbeiten, wurde dieser Tatsache bei der Materialauswahl Rechnung getragen. Die Öfen sind nebeneinander in Reihe aufgestellt. Stirnseitig besitzen sie je eine elektromotorisch betätigte Hubtür (Bild 5). Da die Öfen auch für einen Betrieb unter Schutzgas (z. B. Stickstoff) geeignet sind, haben die Türen eine umlaufende Dichtung, in die die Schwerter der Andrückvorrichtung eingreifen. Durch eine pneumatische Andrückvorrichtung werden die Öfen abgedichtet. Die Andrückvorrichtung besteht aus 4 Stück Hubzylindern, die jeweils auf der Ofendecke bzw. unter dem Ofen angeordnet sind. Eine Wartungseinheit und das 5/3-Wegeventil zur Steuerung sowie die Druckluftverteilung sind auf der rechten Ofenseite angeordnet. Nach dem Signal zur Türöffnung wird die Tür mit Hilfe der Zylinder nach vorn geschoben. Erst beim Erreichen der Endlagen zieht ein Getriebebremsmotor die Tür nach oben. Die Endlagen werden mittels induktiver Endschalter signalisiert. Zusätzlich sind in den Endlagen oben und unten Sicherheitsendschalter angeordnet, die den Antrieb beim Erreichen abschalten und ein Störsignal ausgeben. Die Öfen bestehen aus in einer stabilen Profilstahl-Blechschweißkonstruktion. Innenseitig sind die Öfen mit Blech ausgekleidet und dahinter mit mehrlagigen Keramikfasermatten und Mineralwollplatten isoliert. In die Ofenseitenwand ist ein großvolumiger Umwälzer eingebaut. Dieser saugt die Luft aus dem Ofenraum an und drückt sie nach oben in den Deckenkanal. Im Deckenkanal ist ein Heizregister aus Elektro- Einschraubheizkörpern eingebaut. Am Ende des Deckenkanals befindet sich ein Fallkanal, dieser dient als Verteilerkanal und ist mit Ausströmdüsen versehen. Aus diesen strömt das erwärmte Umwälzgas mit hoher Geschwindigkeit horizontal durch die Charge. Zur Regelung, Registrierung und Überwachung der Temperatur ist im Verteilerkanal ein Dreifach- Thermoelement mit separatem Prüfrohr eingeordnet. Die Regelung und die hohen Umwälzgeschwindigkeiten garantieren die Einhaltung der geforderten Temperaturtoleranzen von kleiner 3K. Die Lage des Thermoelements im Umwälzkanal sichert, dass es zu keiner Überhitzung am Einsatzgut kommen kann. Der Umwälzventilator im Lösungsglühofen schaltet bei einer Temperatur oberhalb von 250 °C auf die höhere Drehzahl um. Dadurch wir die Luftumwälzleistung gesteigert, um die Temperaturgleichmäßigkeit zu erreichen. Im Auslagerungsofen wird in der Haltezeit bei Temperaturen unter 180 °C die Drehzahl des Umwälzers frequenzgeregelt, um die Temperaturkonstanz zu sichern. Zur Aufnahme der Chargen besteht der Ofenherd aus stabilen Stützen, die mit dem Ofenboden verschweißt und auf die oberen Längsträger aufgelegt sind. In die Gassen der Längsträger fahren die Zinken der Chargiermaschine, um die Charge im Ofen abzustellen bzw. aufnehmen zu können. Für die Messung der Chargentemperaturen ist in der Ofenrückwand des Lösungsglühofens eine Arbeitsöffnung vorhanden. Nach dem Einsetzen einer Messcharge, die mit Prüfelementen versehen ist, können die Thermoelementanschlussleitungen über ein mittig angeordnetes Rohr nach außen zu einem Temperaturmessgerät geführt werden. Vor der Entnahme der Chargen müssen die Leitungen wieder entfernt werden, die Charge kann abgeschreckt oder ausgefahren werden. Die Funktion des Umwälzers wird durch eine Drucküberwachung kontrolliert, die in der Ofenseitenwand der Öfen eingebaut ist. Über ein in den Leitkanal geführtes Rohr wird der Druck mit Hilfe eines Druckmessgerätes überwacht. Fällt der Druck unterhalb dem eingestellten Grenzwert ab, erscheint am Regler eine Störmeldung. In diesem Fall muss die ordnungsgemäße Funktion des Lüfters durch das Instandhaltungspersonal überprüft werden. Unmittelbar vor dem Lösungsglühofen auf Hallenniveau wurde das Wasserabschreckbad (Bild 6) aufgestellt. Zur Sicherung einer kurzen Umsetzzeit vom Lösungsglühofen in das Abschreckbad wird die Ofentür in zwei Schritten aufgefahren. Zunächst öffnet sie nur ein kurzes Stück, so dass die Hubgabel der Chargiermaschine einfahren kann. Die Chargentemperatur im Ofen beeinflusst dieses so gut wie nicht. Steht die Hubgabel unter der Palette, öffnet die Ofentür ganz und das Einsatzgut aus dem Lösungsglühofen über das Abschreckbad gefahren. Nach dem Erreichen der Endstellung über dem Bad taucht die Charge mit Hilfe des Senkantriebes in das Abschreckbad ab. Durch diesen kurze Transportweg des Einsatzgutes aus dem Lösungsglühofen bis zum Eintauchen in das Abschreckbad erreicht die Anlage Umsetzzeiten von < 10 s. Das Abschreckbad besteht aus einer Profilstahlschweißkonstruktion mit innenliegendem Edelstahlblechen und außenseitiger Wärmeisolierung . Die Wasserumwälzung erfolgt mit einem Umwälzaggregat mit Propeller und einer innenliegenden Leiteinrichtung. In den beidseitigen Strömungskanälen wurde je ein Rohrbündelwärmetauscher eingebaut. Dieser dient sowohl zur Erwärmung des Bades mit werkseitigem Heißwasser als auch zur Kühlung des Bades mit Kühlwasser. Beim Erreichen des minimalen Wasserstandes, z. B. durch Wasseraustrag mit der Charge, erfolgt eine automatische Befüllung des Bades mit Frischwasser. Die verbrauchte Wassermenge wird mit Hilfe eines induktiven Durchflussmengenmessers erfasst und im Prozessregler angezeigt. Alle zur Regelung des Wasserbades erforderlichen Armaturen und Klemmkästen befinden sich an der beladeplatzseitigen Badwand und sind somit gut zugänglich (Bild 7). Nach erfolgtem Wärmebehandlungsvorgang kühlt die Charge in der Kühlkammer auf Handlingstemperatur ab. Die Kühlkammer besitzt 4 Stück Rohrventilatoren, die Hallenluft ansaugen und über die Charge blasen. Die erwärmte Luft verlässt die Kühlkammer über eine Öffnung in der Decke. Die Kühlkammer besitzt zwei voneinander unabhängige Türen (Bild 3). Die eine befindet sich innerhalb des Schutzzauns und wird über die Steuerung der Chargiermaschine geöffnet, wenn die Charge abgestellt werden soll. Gegenüberliegend befindet sich eine zweite Tür, die über einen Zweihand-Bedienkasten außerhalb des Schutzzaunes geöffnet werden kann. Nach dem Prozessende entnimmt der Anlagenbediener die Charge durch diese Tür. Nach der Entnahme muss die Tür wieder verschlossen werden, da sonst aus Sicherheitsgründen keine weitere Charge in die Kühlkammer abgestellt werden kann. Beide Türen sind elektromotorisch betrieben. Die Positionen überwachen induktive Endschalter. Da Kühlkammer und Entladeplatz in einem Anlagenteil untergebracht sind, spart dieses Aufstellfläche. Für jedes Anlagenteil wurde eine eigene Schaltanlage installiert. Die stehen an der Hallenwand in Reihe quer zur Anlage und sind wie folgt unterteilt: Schaltanlage für Lösungsglühofen und Wasserabschreckbad Schaltschrank für Auslagerungsofen Zentralschrank für Chargiermaschine und Kühlkammer Leitrechnerschrank. Jede Schaltanlage besitzt eine separate Stromeinspeisung mit Hauptschalter und kann für Reparaturzwecke abgeschaltet werden. Somit lassen sich alle Anlagenteile unabhängig voneinander betreiben. Die beiden Öfen besitzen je einen Prozessregler DE-VR 4008 (Fa. demig). Am Regler können Wärmebehandlungsprogramme erstellt, bearbeitet, gestartet und geändert werden. Am Zentralschrank für die Chargiermaschine befindet sich ein Bedientableau OP 7 zum manuellen Verfahren der Chargiermaschine zwischen den Anlagenteilen. Die Bedienungselemente der Kühlkammer beschränken sich auf das Einschalten der Kühllüfter und die Anzeige der Entladebereitschaft. Im Leitrechnerschrank ist ein PC mit Monitor, Tastatur und Maus eingebaut. Mit Hilfe der Leitrechnersoftware „prover/2“, Fa. demig, werden die Wärmebehandlungsprogramme verwaltet, die Chargenanmeldung registriert, die Chargendaten für die Wärmebehandlung zusammengestellt und an die Öfen übertragen, die Chargendaten zur Dokumentation zusammengestellt und die Störmeldungen aufgezeichnet. Mit Hilfe dieser Software lassen sich Prozesse speichern und zu einem späteren Zeitpunkt reproduzieren. Für die Instandhaltung der Anlage können Störmeldungen z. B. nach Häufigkeit und Art auswertet werden. Die Chargenprotokolle geben Auskunft über die Chargendaten, die Verweildauer und Temperaturen in den jeweiligen Anlagenteilen, eventuell aufgetretene Störungen über den gesamten Zeitraum vom Eintreten bis zum Verlassen der Anlage. Da die Anlage vollautomatisch betrieben wird, besitzt sie allseitig einen Schutzzaun. In diesem Schutzzaun sind zwei Türen zum Begehen der Anlage integriert, die mittels EUCHNER – Schalter überwacht werden. Beim Betreten Anlage bleiben alle Antriebe stehen und fahren erst nach dem Schließen der Tür und der Störungsquittierung am Hauptschaltschrank weiter. Eine der beiden Türen ist zur Entnahme und Zufuhr von Ersatzteilen für Reparatur- und Instandhaltungszwecke konzipiert. Diese kann mit einem besonderem Schließsystem geöffnet werden und erlaubt somit unter anderem das manuelle Verfahren der Chargiermaschine für die Betriebsart Einrichten. Aufgrund der guten Testergebnisse nach der Inbetriebnahme wurde die Anlage jetzt zur produktiven Nutzung freigegeben. Sie dient sowohl zur Unterstützung der laufenden Produktion als auch zur Erprobung neuer Verfahren der Wärmebehandlung von Aluminiumteilen. Durch den vollautomatischen Prozessablauf beschränken sich die Bedienhandlungen auf das Be- und Entladen der Anlage, die Prozessvorgabe (Chargenanmeldung) und die Chargenvorbereitung. |
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